FEMME SCHMIDT

Sängerin

„Je besser man sich kennt, desto freier ist man im Leben.“

Seit zehn Jahren macht sie Musik, war bereits mit Elton John und Coldplay auf Tour, reiste mit ihren Songs durch Australien, die USA und Europa. Die 29-jährige Sängerin Elisa Schmidt, die sich als Sängerin nur kurz „Femme Schmidt“ nennt, hat viel erreicht. Heute wohnt sie in Berlin, bringt im Oktober diesen Jahres ihr drittes Album auf den Markt - aber ihre Interessen gehen deutlich weiter über ihre musikalische Leidenschaft hinaus.
Warum es neben der Musik wichtig ist, etwas für sich selbst zu tun? Warum Sport und Yoga zu Ihrem Alltag gehört? Und wie die einstige Femme Fatale heute ihren eigenen Stil gefunden hat, den Sie ab Juli auf ihrer ersten US Tour als offizielle Vorband von Bryan Ferry vorstellt? Das erzählt Schmidt im Interview mit MOVES.

Femme Schmidt

Wie hast du deine Karriere gestartet?

Femme Schmidt: Als kleines Mädchen habe ich angefangen zu singen, bin zum ersten mal mit 5 Jahren im Kinder- und Jugendtheater auftreten. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten eigenen Songs geschrieben. Mit 19 habe ich dann meinen ersten Plattenvertrag bekommen. Ich hatte ein Video auf YouTube hochgeladen, so hat mich mein Produzent gefunden, damit ist der Stein ins Rollen gekommen und Femme Schmidt war geboren.

Hattest du jemals einen Plan B, wenn das mit dem Singen nicht geklappt hätte?

Femme Schmidt: Eigentlich gab es bereits mit 16 keinen Plan B. Nach meinem Abitur stand endgültig fest, Musik ist mein Leben und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Was würdest du deinem 18-jährigen Ich raten, wenn du die Möglichkeit hättest?

Femme Schmidt: Mehr Disziplin und Fokus und auf der anderen Seite gelassener zu sein und mich mehr auf mein Gefühl zu verlassen. Disziplin ist extrem wichtig, aber wie man so schön sagt, ist der Weg das Ziel. Daher würde ich mir selbst wahrscheinlich raten, es alles noch einmal so zu machen und einfach die Momente zu genießen. Es kommt am Ende immer alles wie es kommen soll.

Mehr Disziplin und auf der anderen Seite gelassener zu sein

In was bist du heute diszipliniert?

Femme Schmidt: Ich stehe jeden Morgen um 7 Uhr auf, mache Sport und Yoga. Außerdem studiere ich seit 2 Jahren Musikwissenschaften. Seitdem das alles mit 19 angefangen hat, sind so viele Sachen passiert und bei mir ging es damals von 0 auf 100. Ich war mit Elton John auf Tour, habe zwei Alben produziert und hatte gar keine Zeit an mir selbst zu arbeiten. Letztes Jahr war ich mit Coldplay auf Tour, ein vorzeitiges Highlight und ein persönliches Ziel, welches ich mir erfüllen konnte. Aber gerade diese Erfahrungen haben mir gezeigt wie wichtig es ist, emotional und körperlich fit und stabil zu sein. Es ist extrem wichtig, bei den ständigen Up-And-Downs des Musikgeschäfts auch immer an sich selbst zu denken und an sich selbst zu arbeiten. Das wirkt sich sowohl auf meine Musik und mein neues Album aus, in dem ich viel Persönliches verarbeitet habe und als auch auf mein gesamtes Leben. Heute spielen für mich Sport und Yoga, meine Musikausbildung und mein Privatleben eine größere Rolle. Denn: je besser man sich kennt, desto glücklicher ist man im Leben.

HER MOVES

Reist du auch privat oder nur für den Beruf?

Femme Schmidt: Wie gesagt, ich begleite Bryan Ferry diesen Sommer auf seiner Tour durch die US und Kanada als Special Guest. Ich denke für eine Songwriterin ist aber jede geschäftliche Reise auch privat und vice-versa. Ich trenne da nicht so strikt. Allerdings war ich in diesem Frühjahr für einen Monat in Indien und habe meine Yoga Ausbildung gemacht. Und das habe ich mal nur für mich privat getan und kann dies jedem nur empfehlen.

Wenn du in Berlin bist, hast du einen Lieblingsort? Und wie bewegst du dich fort?

Femme Schmidt: Ich fahre sehr viel mit dem Fahrrad, ansonsten mit den Rideshare-Autos und Rollern. Ich habe auch ein eigenes Auto, einen Fiat 500. Wenn ich in mehreren Stadtteilen unterwegs bin, zwischen Studio und Wohnung, ist das praktisch. Oder ich fahre am Wochenende raus an die Seen. Der Schlachtensee ist immer sehr voll im Sommer, dort ist es im Herbst und im Frühling schöner. Und sonst fahre ich an den Stößensee. Hauptsache in der Natur und in Bewegung.

HER SELF

Was entspannt dich sonst in deinem Alltag? Und was lässt dich morgens aufstehen?

Femme Schmidt: Das klingt jetzt ein bisschen öko. Aber ich liebe es morgens meine Pflanzen zu gießen. Das ist das erste, das ich mache. Es entspannt mich. Und was mich aus dem Bett bringt? Mein tolles Leben. Morgens ist die beste Zeit um seinen Tag zu planen und sich zu strukturieren.

Wieviel Zeit verbringst du im Jahr wirklich in deinem Zuhause?

Femme Schmidt: Ich bin meistens in Berlin. Ich habe meine Band hier, mein Studio und meine Leute, mit denen ich Songs schreibe. Meine letzten Alben habe ich zwar London produziert. Aber Berlin ist meine Base, ich liebe diese Stadt. Wir werden sehen, was die Zukunft noch so bringt, ich bin da offen und jetzt steht ja erst einmal die US Tour vor der Tür.

HER STYLE

Wenn du auf Reisen bist, was hast du immer dabei?

Femme Schmidt: Eine Boombox von Bose oder Earpods, um immer Musik hören zu können. Und eine Yogamatte. Außerdem eine Duftkerze (In meinem Bad steht eine von Diptyque in der Duftrichtung Baies.)

Wie hast du deinen eigenen Stil gefunden?

Für mich war nach zwei Alben einfach klar, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Ich wollte mich als Person und Künstlerin besser kennenlernen ohne irgendwelche Kompromisse eingehen zu müssen. Also habe ich mich vor zwei Jahren von meiner Plattenfirma getrennt und wagte den Schritt in die “Indie” Welt. Das ist natürlich ein Prozess, aber gerade dieser Schritt hat mir geholfen, meinen eigenen Stil zu entwickeln. Angefangen hat alles mit einer E-Gitarre die ich einfach gespielt habe ohne sie an einen Versärker anzuschließen. Daraus wurde ein neuer Sound und am Ende mein neues Album “The LUV Project” an dem ich gerade arbeite.

Hast du jemanden, der dich inspiriert?

Femme Schmidt: Ich liebe Künstler, die über das Leben singen. Künstler wie Carol King, Joni Mitchell oder Feist.

Welche Rolle spielt Social Media in deinem Job?

Femme Schmidt: Mir wird immer gesagt, ich müsste mich viel mehr auf Social Media darstellen. Vielleicht stimmt das sogar und wenn ich auf Tour bin, teile ich meine Erlebnisse auch gerne mit meinen Fans und poste viel. Aber wenn ich Musik schreibe oder in einer kreativen Phase stecke, ist es für mich wichtig, ganz für mich zu sein. Ich denke etwas posten, des Posts wegen, ist nicht authentisch. Meine Songs sind oft autobiographisch. Was ich über das Leben, Begegnungen und Beziehungen zu sagen habe, schreibe ich in meiner Musik. Wenn man sich in diesem Prozess zu viel von außen beeinflussen lässt oder sich sogar mit anderen vergleicht, verwässert man die eigentliche Message schnell.

Gibt es etwas, das du dir für deine Zukunft wünscht?

Femme Schmidt: Ich träume mit offenen Augen, versuche im Moment zu leben und glücklich zu sein. Diesen Sommer wird ein weiterer Wunsch, meine erste US Tour zu spielen, in Erfüllung gehen. Ansonsten wünsche ich mir, dass ich so weitermachen kann wie bisher.

Thank you Elisa

Credit: Ottilie Maters

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